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SichtbarkeitsJOURNAL | Ausgabe April 2026
Der lange Weg nach innen
2012 begann ich nebenberuflich, mich selbstständig
zu machen. Parallel arbeitete ich noch als
Industriekauffrau. In den folgenden Jahren
absolvierte ich unzählige Fortbildungen im Bereich
Hypnose. Ich sammelte Wissen wie andere Frauen
Schuhe sammeln – aus dem unbewussten Bedürfnis,
mir selbst zu beweisen, dass ich es wert bin.
Foto: Michaela Ortmayer
2014 wagte ich den Sprung in die Vollzeit-Selbstständigkeit.
Mit jeder Stunde, die ich mit meinen Klienten und Klientinnen arbeitete, wuchs
mein Vertrauen langsam. Ich begann, an meinen Glaubenssätzen zu arbeiten.
„Ich bin nicht gut genug." „Ich werde abgelehnt." „Ich muss mich anpassen,
um dazuzugehören." Diese Sätze waren so tief in mir verankert, dass ich nicht
selbst zu ihnen durchdringen konnte.
Aber diese Phase war auch zermürbend. Ich war überarbeitet, überfordert,
innerlich unruhig. Mein Motto war „Selbst und ständig". Ich musste alles
alleine schaffen. Ich traute mich nicht, angemessene Preise zu nehmen. Also
brauchte ich immer mehr Termine, um überhaupt von meinem Business leben
zu können. Ich war kurz vor dem Burnout: mehrfach.
Und da war noch immer diese Angst vor Sichtbarkeit. Der Gedanke, nach
draußen zu gehen und über mein Business zu sprechen, ließ mich erstarren.
Die große Frage blieb: Wer bin ich eigentlich? Was will ich wirklich? Wie
möchte ich leben?
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